Bungie veröffentlichte am 22. Februar 2026, nur wenige Tage vor dem Beginn des Server Slam, eine ausführliche Übersicht über die Marathon–Netzwerk- und Sicherheitsinfrastruktur. Die Ankündigung machte deutlich, dass das Studio ein faires kompetitives Umfeld für das Extraction-Shooter-Genre als nicht verhandelbar betrachtet.
Der Blogbeitrag bestätigt die Verfügbarkeit vollständig dedizierter, autoritativer Server. Er bestätigt außerdem einen mehrschichtigen Anti-Cheat-Ansatz sowie eine Null-Toleranz-Politik mit permanenten Sperren für alle, die beim Cheaten erwischt werden.
1. Autoritative dedizierte Server
Marathons erste und grundlegendste Schutzebene ist sein vollständig autoritatives Modell mit dedizierten Servern. Das ist ein deutlicher Unterschied dazu, wie viele Online-Spiele die Validierung handhaben.
In Marathon hat der Server das letzte Wort über Bewegung, Schüsse, Aktionen und jeden Gegenstand im Inventar eines Spielers.
In der Praxis bedeutet das, dass ungültige Client-Aktionen direkt zurückgewiesen werden, bevor sie andere Spieler in der Partie beeinflussen können.
Exploits, die darauf beruhen, dem Server falsche Daten zu liefern, etwa Teleportation, unbegrenzte Munition oder Schadensmanipulation, können unter diesem Modell nicht funktionieren. Das liegt daran, dass der Server den Angaben des Clients darüber, was er getan hat, niemals vertraut.
2. Fog of War: Schutz vor Wallhacks und ESP-Cheats
Eines der technisch bedeutendsten Anti-Cheat-Werkzeuge in Marathon ist das serverseitige Fog-of-War-System. Dieses System richtet sich direkt gegen die zwei schädlichsten Exploit-Kategorien in Extraction Shootern: Wallhacks und ESP-Cheats (Loot-Revealer).
Wie Fog of War funktioniert
Marathons Fog of War läuft auf dem Spielserver selbst und nicht auf dem Client. Dadurch wird begrenzt, welche Bereiche einer Karte der Client eines Spielers überhaupt mit Daten versorgt bekommt, nämlich nur das, was dieser Spieler von seiner aktuellen Position aus realistisch wahrnehmen kann.
Die entscheidende Folge ist, dass ein manipulierter Client nichts zum Auslesen hat. Klassische Wallhacks und ESP-Cheats funktionieren dadurch, dass sie Karten- und Positionsdaten auslesen, die der Client bereits besitzt, vor dem Nutzer aber eigentlich verbergen soll.
Unter Marathons Fog of War werden diese Daten dem Client jedoch gar nicht erst übermittelt, sodass Cheat-Software nichts aufdecken kann.
Dieser Ansatz schützt vor:
- Wallhacks: Feindpositionen durch Geometrie hindurch sehen.
- ESP-Cheats: Alle Spieler in Echtzeit auf der Karte verfolgen.
- Loot-Revealern: Jedes Ausrüstungsstück auf der Karte durch Wände und Container hindurch sehen.
3. Null-Toleranz-Politik mit permanenten Sperren
Bungie geht beim Thema Cheating zum Start härter vor als fast jedes andere große Multiplayer-Spiel: Jeder, der beim Cheaten erwischt wird, wird dauerhaft aus Marathon ausgeschlossen, ohne zweite Chance. Diese Richtlinie gilt außerdem auch für Cheat-Entwickler und nicht nur für Nutzer.
Das steht in direktem Kontrast zu Konkurrenten wie ARC Raiders, das auf ein umstrittenes Three-Strike-System setzt. Dort können Verstöße nach einer 30-tägigen Sperre beim ersten Vergehen und einer 60-tägigen Sperre beim zweiten Vergehen zurückkehren, während erst das dritte Vergehen zu einer permanenten Sperre führt.
Bungies Politik mit einer einzigen dauerhaften Sperre nimmt Spielern die Möglichkeit, das System mit einem Wegwerf-Run zu testen, in dem Wissen, dass sie eine zeitlich begrenzte Sperre einfach absitzen könnten.
Bungie räumte ein, dass kein Sicherheitssystem perfekt ist, und bestätigte, dass ein Einspruchssystem vorhanden sein wird, um falsche Positivmeldungen oder Erkennungsfehler zu überprüfen. So erhalten legitime Spieler, die fälschlicherweise markiert wurden, einen Weg zur Klärung.
4. Verbindungswiederherstellung und Schutz der Spielökonomie
Über Anti-Cheat hinaus ging Bungies Sicherheits-Blog auch auf zwei genretypische Probleme ein: was passiert, wenn man mitten in einem Run die Verbindung verliert, und wie das eigene Vault vor Duplikations-Exploits geschützt wird.
Wiederverbindung während eines laufenden Runs
Wenn dein Spiel abstürzt oder du während eines Runs die Verbindung verlierst, bleibt deine Runner Shell in der Spielwelt bestehen, statt sofort entfernt oder getötet zu werden. Dein Team kann deine inaktive Shell schützen, während du dich erneut verbindest.
Sobald deine Verbindung wiederhergestellt ist, kannst du das Spiel neu starten und dich erneut mit deinem aktiven Run verbinden, um ihn abzuschließen.
Falls der Verbindungsabbruch nicht durch deine eigene Verbindung verursacht wurde, sondern durch einen Fehler bei Bungies Servern oder der Netzwerkinfrastruktur, und eine Wiederherstellung nicht möglich ist, wird Bungie versuchen, deine Startausrüstung an alle betroffenen Spieler zurückzugeben.
Wichtig ist, dass Rückerstattungen von Ausrüstung nur bei serverseitigen Fehlerzuständen gelten und keine Verluste abdecken, die durch die eigene Internetverbindung oder lokale Client-Abstürze entstehen.
Schutz von Vault und Spielökonomie
Mit der Zeit werden Spieler erhebliche Mengen an Ausrüstung in ihren Vaults ansammeln, und Bungie betonte, dass dieses Investment ernst genommen wird. Das Studio plant, Item-Duplikations-Exploits und andere wirtschaftsbezogene Cheats aktiv zu überwachen und zu verhindern, die den Loot-Fortschritt entwerten oder bestimmten Spielern einen unfairen Inventarvorteil verschaffen könnten.
5. Meldesysteme und fortlaufende Investitionen
Für alles, was während des Server Slam oder nach dem Launch dennoch durchrutscht, stellt Bungie Ingame-Meldetools sowie ein eigenes Online-Meldeformular unter safety.bungie.net bereit, um mutmaßliches Cheating und schlechtes Verhalten zu melden.
Bungie beschreibt diese Sicherheitsarbeit als fortlaufende Live-Service-Verpflichtung und nicht als einmalige Implementierung. Das Studio verspricht regelmäßige Updates für Netzwerktechnologien und Sicherheitsmaßnahmen, während sich die kompetitive Landschaft weiterentwickelt.








